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Nasen-NIV mit einer EVITA 4 Drucken
Artikel - Fallbeispiele
Geschrieben von: Dirk Jahnke   
Mittwoch, den 09. Juni 2010 um 09:26 Uhr

 

 

    Ich hatte letztens die Aufgabe einen neuromuskulär erkrankten Patienten  mit einer Tetraparese, noninvasiv zu beatmen. 

 

    Der Einsatz einer Fullface-Maske erschien mir aufgrund der Parese problematisch, da der Patient nicht in der Lage war sich die Maske selbst zu entfernen. Also musste das Ganze mit einer Nasen-Maske umgesetzt  werden. Da wir als Respirator nur die EVITA4 im Maskenmodus einsetzen musste eine Einstellung gefunden werden, bei der eine Entlastung der Atempumpe erreicht wird und die wahrscheinlich hohe Leckage bei Mundöffnung keine Probleme macht.

 

 

Das Initiale pCO2 lag bei 84 , der ph bei 7,28. Der Spo2 unter 4l/min O2 bei 85 %.

 

Modus : BIPAPassist

PEEP    : 0

pinsp   :  10

Trigger  : 3l/min

tinsp    : 0,7 sek  (Spontanatemfrequenz bei 40 min)

AF       : 0,5

FiO2   : 0,3

 

Alarme wurde soweit möglich deaktiviert.

 

Nach aufsetzen der Maske konnte der pinsp bis 10 gesteigert werden.

Rasch lies der Einsatz der Atemhilfsmuskulatur nach, der Patient schlief ein. Der Blutdruck fiel von 170 Sys bis auf 90 Sys und die Atemfrequenz sank von 40 auf bis zu 25.

 

Nach 2 Stunden lag das pCO2 bei 69 / ph bei 7,34. Der klinische Eindruck war deutlich gebessert.

 

Der Respirator reagierte in dieser Einstellung nur auf eine Inspirationsbemühung des Patienten mit einem Inspiratorischen Hub. Durch den PEEP bei 0 kommt es nicht zum Dauerflow - eine Leckage kommt also erst inspiratorisch zur Geltung. Fehltriggerung durch Leckage entsteht nicht ! Diskonnektiert man den Respirator herrscht bis auf die minimal Frequenz Stille (Frequenz 0,5 !). Der Patient ist in der Lage zu sprechen,mit Maske zu trinken. Kann aber gezielt einen guten assist durch schließen des Mundes und Nasenatmung anfordern.

 

Selbst bei Mundöffnung findet eine (wenn auch schlechtere) inspiratorische Unterstützung statt. Im Schlaf trat in diesem Fall nur eine geringe Leckage wohl durch Abdichtung durch die Zunge auf.

 

Dieser Anwendungsfall von NIV ist sicher suboptimal. Aber aufgrund der Paresen schien ein Ersteinsatz der NIV mit geschlossener Maske einfach zu riskant. Das pCO2 hätte sicher mit einer FullfaceMaske besser beeinflussen lassen, die Atempumpe hätte besser entlastet werden können. Jedoch verbesserte sich der klinische Eindruck trotz weiter grenzwertigen pCO2´s deutlich. Subjektiv lies die Atemnot deutlich nach.

 

Da die Hypoxie in diesem Fall primär durch die Minderventilation entstanden ist, konnte die Oxygenierung auch ohne PEEP verbessert werden. Teils wurde zum Erreichen eines SpO2 um 90% nur ein FiO2 von 0,25 benötigt.

 

 

 

 

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