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Praxis:Milde Hypothermie nach Reanimation Drucken
Artikel - Medizin
Geschrieben von: Dirk Jahnke   
Montag, den 06. Juli 2009 um 10:23 Uhr

Spätestens seit Aufnahme der milden Hypothermie in die Reanimations-Guidelines 2005 sollte dieses Verfahren bei entsprechender Indikation durchgeführt werden. In meinem Tätigkeitsbereich kühlen wir seit Anfang 2005. Es dauerte einige Zeit bis sich ein Standard entwickelt hatte, der mit einfachen Mitteln bis 2008 Bestand hatte. Die Zeit bis zum erreichen der Hypothermie verkürzte sich mit der Zeit von 6 Stunden auf 1 Stunde.


Jedoch blieb der Wunsch nach einer technischen Unterstützung, da der Einsatz eines Ventilators bzw. die Volumenbelastung durch ein hohes Volumen kalter Infusionen auch Probleme mit sich bringt.

In den Jahren 2006-2008 wurden verschiedene Geräte getestet, letztendlich wurde eine ArticSun angeschafft, die jetzt seit Ende 2008 ihren Dienst verrichtet.

 ArticSun



Der Standard zur Durchführung der milden Hypothermie hat sich als Folge verändert:


-Weiter tiefe Sedierung mit Fentanyl/Midazolam
-Relaxierung mit Pancuronium nach Zeit
-Initial 2l kalte Infusion im Schuss
-Parallel Platzierung der ArticSun

-nach 24 Stunden Halbierung der Analgosedierung ggf. Umstellung auf Propofol
-Aufwärmung durch ArticSun (0,25 Grad/h)
-bei 36 Grad stoppen der Analgosedierung

ArticSun verbleibt für 2-3 Tage - Ziel Temperatur um 37 Grad.

Im Vergleich mit unserem bis 2008 genutzten Verfahren hat sich natürlich zunächst die Volumenbelastung bis zum erreichen der Zieltemperatur verringert. Die Phase der Hypothermie war und ist eher umspektakulär. Hier besteht und bestand schon von Anfang an wenig Handlungsbedarf, jetzt jedoch überwacht durch die ArticSun. Das aufwärmen hat sich sicher vereinfacht, findet kontrollierter statt. Der grösste Pulspunkt ist aber das halten der Normotemperatur nach Abschluss der Hypothermie. Hier gab es bis 2008 häufig Probleme, die jetzt aber in der Regel der Vergangenheit angehören.

Über die Jahre ist das Gefühl des positiven Effektes der Hypothermie verschwunden.
Zu sehr ist das Verfahren ein Standard geworden. Im Zweifel wird gekühlt! Die Kühlung gehört einfach zur Versorgung dazu. Patienten die tatsächlich sicher ohne Zeitverzögerung professionell reanimiert worden sind bzw. Patienten, die nicht gekühlt werden können sind eher die Seltenheit. Also ist nicht der positive Effekt sondern lediglich die Möglichkeit der Einschätzung verschwunden.

 

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