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Praxis: merkwürdige Beatmung Drucken
Artikel - invasive Beatmung
Geschrieben von: Dirk Jahnke   
Sonntag, den 12. Oktober 2008 um 12:26 Uhr

Man stelle sich vor ein Patient ca. 70 kg schwer mit mithilfe einer EVITA2 beatmet.  Das exspiratorische Tidalvolumen liegt bei 200 ml Trotz BIPAP 26/8 mbar , AMV ist um 3,5l. In der BGA liegt der pCO2 um 25. Der Patient ist vital stabil. 

Beatmet wird wegen einer Blutaspiration unter Gastroskopie.

 Folgende Flowkurve ist am Gerät zu sehen:

 

Was ist hier los?

(Folge den Punkten Cool)

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Die Beatmungssituation wirkt merkwürdig. Geringes AMV und trotzdem hyperventiliert. Ein Blick auf die Flowkurve deckt das Problem auf. Exspiratorisch sieht man deutlich weniger Gasvolumen als inspiratorisch. Dies kann ein Indiz für eine Leckage sein. Bis zum Ende des Beatmungszuganges würde man diesen Verlust akustisch wahrnehmen können. Auch sollte der Patient dann nicht so massiv hyperventiliert sein. Liegt ein pulmonales Leck vor würde ein Pneu, unter Beatmung ein Spannungspneu entstehen. Ist der Pleuraspalt bereits drainiert würde ein starkes fisteln ins Auge fallen. All dies lag nicht vor. Der Patient war stabil, auskultatorisch lagen keine Auffälligkeiten vor!

Eine Leckage ist also auszuschließen, was bleibt ist ein technisches Problem mit der Flowmessung. Flowabgleich und wechsel des Flowsensors brachten keine Veränderung. Der Respirator wurde gewechselt und siehe da das AZV lag plötzlich bei 1,1l Netto sahen wir also „nur“ ein technisches Problem.

Beurteilung :

Den beteiligten Personen fiel das geringe AMV auf. Irritiert von der BGA wurde zunächst die Beatmung reduziert. Aufgrund der fehlenden Informationen, der ja schon etwas älteren EVITA2, fiel zunächst die Differenz zwischen in- und exspiratorischen Volumen nicht auf. Es gab keine Möglichkeit sich den Wert von inspiratorischen und exspiratorischen Zugvolumen anzeigen zu lassen. Lediglich Flowkurve, BGA, und geringes AZV bzw. AMV zeigten das Problem indirekt auf. Der vor Anschluss durchgeführte Gerätetest war unauffällig.

Kann man in solch einer Situation kein Problem des Patienten feststellen, sollte man nicht zögern den Respirator zu wechseln. Im Zweifel also neues Gerät an den Tubus.  Sinnvoll kann es hier sein sich einen persönlichen Algorithmus zurecht zu legen.

Abchecken möglicher Patientenprobleme, bei weiter unklarer Situation im Rahmen der Klärung Respiratorwechsel  / Beutelbeatmung.

Verwindet das Problem hat man eine Lösung/Ursache gefunden.  Die Situation ist geklärt und man kann sich anderen Dingen zuwenden.

 

 

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