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Aufnahme:Patient intubiert - und jetzt ? Drucken
Artikel - invasive Beatmung
Geschrieben von: Dirk Jahnke   
Dienstag, den 08. August 2006 um 12:47 Uhr

Beschreibe hier mal die Respiratoreinstellung einer Neuaufnahme direkt vom Rettungsdienst. Ist ein älterer Beitrag aus einem Forum !


Fange mal mit dem ersten Anschließen eines uns unbekannten Patienten an.
Stellen wir uns mal eine Übernahme direkt vom Rettungsdienst intubiert beatmet vor.
Keine Kapnometrie - keine Sättigung messbar.



Was wissen wir?

Größe / Gewicht kann man schätzen. Sagen wir mal 180 cm / 80 kg
Grund der Beatmung hat man häufig in Form einer Verdachtsdiagnose.
Gehen wir mal davon aus ,dass der Patient relaxiert ist.

Keine Informationen über aktuelle Oxygenierung oder Ventilation.

Also wie stelle ich nun die Beatmung ein.

FiO2 sollte grundsätzlich erstmal auf 1,0 also 100 % bis zur ersten BGA eingestellt werden. Selbst bei als gut angezeigter Sättigung kann man manche Überraschung erleben.

Das Atemminutenvolumen sollte um 100ml/kg/KGW liegen. Also hier um 8 l /min.

Als Grundeinstellung ist BIPAP 20/5 AF um 12 und ein I:E um 1:2 sicher erstmal nicht verkehrt. Jedoch sollte gleich mit den ersten Beatmungshüben das Atemzugvolumen überprüft werden.
Ziel ist ein AZV um 650 ml (6-8 ml /kg/KGW) - damit erreichen wir auch die 8 l /min AMV.. Liegt das angezeigte AZV oberhalb der 650 ml reduzieren wir den pinsp , liegt er unterhalb erhöhen wir den Pinsp. Kommt der Pinsp in Bereiche von über/um 30 mbar bzw. die Druckamplitude liegt deutlich über 15 mbar sollte auch mal an der Frequenz gedreht werden. Solche hohe Inspirationsdrücke deuten aber auf ein Problem mit der Resistance oder Compliance der Lunge hin.

Solange der Patient keine größeren pulmonalen Probleme wie massives Lungenödem oder eine COPD bzw. akute Obstruktion hat sollte man auf diesen Weg zum Ziel kommen. Liegt ein direktes pulmonales Problem muss das Beatmungsregime oft rasch eskaliert werden - um Oxygenierung und Ventilation zu sichern. Das ist dann aber nicht mehr so einfach! (Pathophysiologie der Erkrankung / Flowkurve ...)



Nun die erste BGA.

Erstes Ziel ist den FiO2 zu senken, da 100% O2 die Lunge schädigt (Mediatoren Ausschüttung / Resorptionsatelektasen)

Probleme mit der Oxygenierung wirkt man grundsätzlich am Respirator mit dem unterem Druck oder auch PEEP entgegen. Dieser wird erhöht. Um die Ventilation stabil zu halten entsprechend auch der Pinsp.(z.B. 23/8 )

Ist das pCO2 nicht im gewünschten Bereich muss das AMV gesteigert/gesenkt werden. Also Frequenz steigern senken falls das AZV bereits im Zielbereich. Nach einer Veränderung der Frequenz sollte bei druckkontrollierten Beatmungsformen das Zugvolumen überprüft werden. Es kann durch Veränderung der In bzw. Exspirationszeit zu Veränderungen kommen.
Schafft man es nicht das AMV zu erhöhen/senken wird sich trotz geänderter Beatmungseinstellung nicht viel am pCO2 ändern.


Beim umstellen von BIPAP auf CPAP/ASB halte ich nur den vorher gewählten PEEP für wichtig.
Also PEEP/CPAP Niveau beibehalten. ASB Unterstützung und Rampe nach klinischer Situation.
Pat atmet nicht / Medikamenten Überhang ?
Pat ist tachypnoeisch / Relaxanz ? Sonst ASB höher oder Rampe schneller bzw. falls zu schnell auch mal langsamer.
Pat gibt bei gutem pCO2 häufig Apnoe Alarm / ASB runter !

Hierbei würde ich mich mal mit Flowkurven beschäftigen - die helfen die Rampe in den Richtigen Bereich zu bekommen.

Das von Dräger veröffentlichte Material bringt einen da schon einen großen Schritt weiter.

Ein Umfassendes Werk zum Thema Atmung ist auch

Atmen - Atemhilfen
Wolfgang Oczenski, Harald Andel, Alois Werba
ISBN: 3131376961

 

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