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Kommentar : EHEC Drucken
Nachrichten - in Eigener Sache
Geschrieben von: Dirk Jahnke   
Sonntag, den 05. Juni 2011 um 11:45 Uhr

In den letzten Wochen ist die aktuelle EHEC Ausbreitung das Thema. Innerhalb von wenigen Wochen erkrankten mehr als 1000 Menschen an diesem E- Coli Bakterium mit einer einer hohen Komplikationsrate wie HUS und neurologischen Störrungen. Nicht wenige müssen / mussten Intensivmedizinisch betreut werden. Aufgrund der nötigen Plasmapherese bzw. bei Nierenversagen der Haemodialyse werden die Erkrankten häufig in nephrologischen Zentren versorgt. Die Patienten werden also kanalisiert in Fachkliniken verlegt.

 


Da gerade im Intensivbereich seit Jahren ein Fachkräftemangel mit unbesetzten Stellen herrscht, erleben nun viele Intensivstationen eine enorme Belastung. Isolierungspatienten sind aufwendig. Neben Zeitaufwendigen Hygienemassnahmen beim betreten und verlassen eines Isolierungszimmers müssen ja dennoch nicht isolierte Patienten versorgt werden. Zudem haben einige dieser Patienten noch Durchfall und benötigen häufiger Hilfe als z.B. der MRSA Isolierte. Im Rahmen der Diskussion rund um den Stellenschlüssel auf deutschen Intensivstationen spielte ja bereits der Bereich Hygiene eine Rolle. In verschiedenen Artikeln wurde bereits auf die Unmöglichkeit der effektiv durchgeführten Händedesinfektion bei der Versorgung von 3 - 5 schwer kranken Patienten hingewiesen. Diese einfache Rechnung erreicht nun mit dem EHEC eine neue Dimension. Schnell kann in der jetzigen Situation die Anzahl der Isolierungen in die Höhe schiessen. Häufig reicht nur der wage Verdacht auf eine EHEC Infektion um entsprechend zu isolieren.

Notfallpläne werden an den meisten Kliniken wahrscheinlich eher improvisiert. Das lässt sich annehmen da gerade die Plasmapherese sonst eher selten zum Einsatz kommt und jetzt plötzlich mehrere hundert Patient innerhalb einiger Wochen über viele Tage diesem Verfahren unterzogen werden. Da deutsche Kliniken gerade was die personelle Ausstattung im Pflegedienst angeht schon seit Jahren unter dem Limit arbeiten, erscheint auch die Anfrage z.B. aus Schleswig Holstein nach Intensivpflegekräften wie ein verzweifelter Hilferuf, der aber nur auf weniger verzweifelte Ohren stößt. Jede größere Klinik sucht eigentlich schon seit Jahren kontinuierlich Personal für ihre Intensivstationen. In der Realität der deutschen Intensivstationen geht es häufig nicht um mehr Stellen sondern ein besetzten der vorhandenen Stellen.

Im Moment wird immer wieder betont das die Versorgung auch von schwer erkrankten EHEC Patienten kein Problem sei. Jedoch wird ein weiterer Anstieg schnell zur Rationierung in der Versorgung führen. Dies Betrifft dann auch andere Erkrankungen, die stationär versorgt werden müssen. Das deutsche Gesundheitssystem wurde halt auf Auslastung im Normalbetrieb (über)rationalisiert. Eine Welle wie wir sie im Moment erleben bringt das Wasser halt schnell zum überschwappen.

Krankenpflegepersonal ist es gewohnt rund um die Uhr bis zu 10 Stunden oder auch länger selbst ohne EHEC-Ausbreitung zu arbeiten. Wir zeichnen uns ja durch ein hervorragendes Blasenvolumen und geringen Flüssigkeitsverbrauch auch unter Höchstleistung aus.

Nach dem EHEC kommt also wieder der normale Wahnsinn nur halt ohne Medieninteresse oder Stellungnahme aus der Politik.


Link Sammlung RKI - EHEC
 

 

 

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