PS,PCV,VCV - SO viele Buchstaben?

Beschäftigt man sich mit Beatmungsformen stößt man schnell auf viele unterschiedliche Abkürzungen. Dies hat meist patentrechtliche Gründe. Jeder Gerätehersteller nutzt andere Bezeichnungen für seine

Beatmungsformen. Sie basieren jedoch in der Regel auf den unten aufgeführten drei Grundformen der

Beatmung. Die Spezialitäten der Hersteller muss man im Rahmen einer Geräteeinweisung bzw. zum nachlesen dem Betriebshandbuch entnehmen.

 

Volumenkontrollierte mandatorische Beatmung

Wie die Beschreibung schon vorgibt handelt es sich hier um eine Beatmungsform bei der der Anwender dem Respirator ein Volumen vorgibt. In der Regel wird es das Tidalvolumen(Vt) also Zugvolumen sein. Dieses Vt wird nun in der eingestellten Häufigkeit also der

Atemfrequenz verabreicht. Die Atemfrequenz wird in der Regel zeitgesteuert sein. Dem Respirator ist eine Inspirations- und eine

Exspirationzeit vorgegeben. Diese beiden Phasen ergeben das Atemzeitverhätlnis oder auch I:E (Inspiration:Exspiration) Verhältnis.  

Das i:E liegt physiologisch bei 1:2 - 1:1,5. Erreicht der Respirator nicht das eingestellte Vt wird er dies optisch und meist akustisch alarmieren. Das Volumen wird dann als inkonstant bezeichnet. In der Regel tritt dies bei einer „steifen“ Lunge bzw. einer hohen Reststance auf. In diesem Fall greift eine eingestellte Druckgrenze und verhindert eine weitere Inspiration. 

Durch das vorgegebene Vt ist die Freiheit des Respirators der Druck. Dieser wird von Restistance und Compliance der Lunge bestimmt. Bei hoher Resistance steigt der Druck schnell an. Bei einer niedrigen Compliance ist der Druck an sich hoch um ein vorgegebenes Vt zu verabreichen.

Ein wichtiger Überwachungsparameter ist genau aus diesem Grund bei einer Volumenkontrolle der Beatmungsdruck !   

Der Begriff mandatorisch steht im Rahmen der Beatmung für eine durch den Anwender eingestellte maschinelle / kontrollierte / erzwungene Beatmung.

Beatmungsformen : VCV , IPPV ….

 

Druckkontrollierte mandatorische Beatmung

Bei einer Druckkontrollierten Beatmung gibt der Anwender den Druck vor. Das ganze wird in der Regel erneut zeitgesteuert über AF und I:E  bzw. Inspirationszeit sein. Variabel ist jetzt das verabreichte Vt. Umso niedriger die Compliance bzw. um so höher die Resistance um so niedriger wird das Vt liegen und umgekehrt. Die Beatmung findet durch den Druckwechsel statt. Um einen höheren Druck zu erzeugen wird Gas in die Lunge verschoben. Ein Druckabfall führt zur Exspiration.

Besonders im Auge sollte der Anwender bei dieser Beatmung das Vt bzw. Atemminutenvolumen(AMV) haben. Veränderungen in der Beatmungssituation werden aufgrund der Freiheit Volumen des Respirators nicht maschinell kompensiert.

Beatmungsformen: BIPAP,PCV ,BiLevel….

 

Assistierte Beatmung

Die assistierte Beatmung setzt Spontanatmung des Patienten.voraus. Der Respirator reagiert auf eine Atembemühung des Patienten mit einer Druckunterstützung oder auch einem kontrollierten (mandatorischen) Beatmungshub der Druck- oder Volumenkontrolliert sein kann. 

Ein klassischer Vertreter der assistierten Beatmung ist die Pressure Support Ventilation / PSV (CPAP/ASB). In dieser Besamungsform bestimmt der Patient Atemfrequenz und Vt, wird jedoch in der Inspiration druckunterstützt. Die Steuerung ist hierbei eine Flowsteuerung. Fehlt die inspiratorische Assistenz befinden wir uns im CPAP Modus , der Patient wird nicht beatmet sondern bekommt lediglich eine Atemhilfe.

 

Und jetzt alles zusammen

Diese 3 Grundbeatmungsformen werden auch Herstellerabhängig kombiniert.

Die Kombination aus einer mandatorischen/kontrollierten PCV oder VCV Beatmung mit einer assistierten Beatmung also PSV wird auch als SIMV bezeichnet. Der Patient bekommt die Möglichkeit zwischen den kontrollierten Beatmungshüben assistiert spontan zu atmen.

Kombiniere man z.b. PCV mit einer Flowtriggerung kann der Patient im extrem die Häufigkeit der mandatorischen Hübe selbst bestimmen.(z.B. BIPAPassist, PCV+) 

Eine Kombination von CPAP und PCV wäre z.B. BIPAP. Der Patient hat die Möglichkeit auf jedem Druckniveau frei bei kontinuierlichem positiven Druck zu atmen.

…..

Kurz angeschnitten - was gibt es sonst noch?

Es gibt natürlich noch andere Arten Patienten zu beatmen bzw den Gasaustausch aufrecht zu erhalten. In der Praxis wird man jedoch meist auf die oben aufgeführten Prinzipien treffen. Auch wenn die Bezeichnungen variieren. 

Einige Verfahren sollen dennoch kurz erwähnt werden.

NAVAL: Über eine Sonde im Ösophagus wird die Atembemühung des Patienten bereits am Nerv wahrgenommen und entsprechend assistiert variable Unterstützt.(neural regulierte Beatmungsunterstützung)

Eiserne Lunge : Durch einen außen am Throrax erzeugten Unterdruck wird der Patient ventiliert.

APRV : Der Patient atmet auf einem höheren Druckniveau spontan. Dieses wird kurz released / entlastet um CO2 abzuatmen.

Flüssigkeitsbeatmung: Die Lunge wird mit einer besonderen Flüssigkeit gefüllt, über die dann der Gassaustausch stattfindet.

Veno-venöse ECMO : Extracorporale Membran Oxygenierung / künstliche Lunge - der Gasaustausch findet in einem externen Oxygenator statt. Ultima ratio im ARDS !

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